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Leserannotation Faszinierende Biographie einer Frau, die in den Werken ihrer Söhne lebendig blieb.
Rezension Julia Mann wurde als Tochter eines Lübecker Geschäftsmannes in Brasilien geboren, wo sie bis zum frühen Tod ihrer Mutter eine glückliche Kindheit verlebte. Mit sieben Jahren brachte ihr Vater sie zu Verwandten nach Lübeck, wo sie immer ein "fremder Vogel" blieb und nie richtig heimisch wurde. Auch die Heirat der Siebzehnjährigen mit dem elf Jahre älteren Kaufmann Heinrich Mann änderte nichts an ihrem Heimweh nach Brasilien, sie fühlte sich in ihrer Ehe wie in einem goldenen Käfig, allein ihre Kinder und die Beschäftigung mit Musik und Literatur waren Lichtblicke in ihrem Leben. Nach dem Tod ihres Mannes verließ sie Lübeck und begann in München ein neues Leben, das ihren künstlerischen Neigungen entsprach. Ihre beiden älteren Söhne Heinrich und Thomas fingen schon früh an zu schreiben und viele ihrer Werke beziehen in unterschiedlicher Art und Weise das Leben ihrer Mutter und anderer Verwandter ein, was öfter auch zu Unannehmlichkeiten führte und das von Eifersucht und Neid geprägte Verhältnis der beiden Brüder noch verschlechterte. - Die Autorin schildert sehr anschaulich das von Höhen und Tiefen, wie z.B. dem Selbstmord ihrer jüngsten Tochter, geprägte Leben einer Frau, der die Familie alles bedeutete, die aber auch merkte, dass diese unabhängig von ihr wurde und von der sie letzten Endes keine Unterstützung bekam. - Ein sehr empfehlenswertes Buch, für alle Büchereien geeignet.

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